Am 29. April wurde in München der Deutsche Computerspielpreis 2026 vergeben. The Darkest Files von Paintbucket Games wurde als „Bestes Deutsches Computerspiel“ ausgezeichnet! Das ist das erste Mal, dass Paintbucket Games sich in der Hauptkategorie des größten deutschen Computerspielpreises unter anderem gegen Anno 117 von Ubisoft durchsetzen konnte. Das Spiel erhielt auch den Preis für das „Best Serious Game“.
Ich gratuliere dem Team, das vollständig hinter dem Spiel und seinen Fragestellungen steht, und die Jahre der Arbeit in die Entwicklung investiert haben, ganz, ganz herzlich auch auf diesem Wege. Bei der Preisverkündung habe ich vor Freude Tränen vergossen, weil die Arbeit und das Engagement von Paintbucket Games so großartig gewürdigt wurde.

Nun bin ich voreingenommen, weil ich bei The Darkest Files mit an der Konzeption der Meta-Narration sowie des ersten Falls beteiligt war. Trotzdem finde ich superwichtig, dass in einer Zeit, in der rechtsradikale Kräfte in unserer Demokratie erstarken und rechtspopulistische Themen auch bei konservativen Parteien im Bundestag mehr und mehr auf Akzeptanz stoßen, das Beste Deutsche Spiel genau die Thematik NS-Zeit und NS-Verbrechen thematisiert.
Ich möchte hier aus Jörg Friedrich (CEO und Creative Director von Paintbucket Games) aus seiner Rede zitieren: „Ich weiß nicht, wer die Geschichte von Fritz Bauer kennt. Fritz Bauer war ein deutscher Jurist, in den Zwanziger Jahren schon Richter, der bei den Nazis verhasst war, weil er sich getraut hat sie anzuklagen für ihre Verbrechen; damals schon. Er musste 33 das Land verlassen; er war auch Jude, das kam noch dazu, aber er war auch politisch ihr Gegner, und musste ins Exil gehen und kam zurück und hätte wirklich allen Grund gehabt, Rachegedanken zu haben und auch nicht mehr hierherzukommen. Aber er ist hierhergekommen, um diese Verbrechen juristisch aufzuarbeiten, damit wir eine bessere Gesellschaft werden, in der so etwas nicht mehr passiert. Eine Gesellschaft, in der die Menschenwürde geachtet wird und in der der oder die einzelne das im Zweifel auch gegen einen Staat oder gegen den Stärkeren einklagen kann. Und das ist eine ganz starke Message, das ist ein Spiel über die Vergangenheit, aber ich glaube, das ist heute so aktuell wie selten. Und es ist unsere verdammte Pflicht, sein Erbe, diese Gesellschaft, zu verteidigen. Diese Gesellschaft, in der die Menschenwürde wichtig ist, gegen alle, die uns das nehmen wollen, zu verteidigen.“
Jörg freute sich über den spontanen Jubel und Applaus, der auf diese Rede folgte, und darüber, dass die Branche zu dieser Aussage so fest steht. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Gesellschaftlich ist so wichtig, zu erkennen, dass Spiele im Allgemeinen (Brettspiele genauso wie Rollenspiele und Liverollenspiele) und Computerspiele im Speziellen einen großen Beitrag für die politische Bildung in Deutschland leisten können. The Darkest Files bietet genau das: eine Auseinandersetzung mit einem historischen Thema, das auf dem Curriculum jeder Schule steht, das man hier aber den Schüler*innen frisch aufbereitet in einem Format anbieten kann, das in ihnen eine gewisse Grundneugier weckt.
Ich fand beim Aufräumen gerade zwei Dokumente aus der Konzeption der Meta-Erzählhandlung, die ich hier gern mit euch teile. Man sieht, dass wir damals noch sechs Fälle geplant hatten, zu deren Umsetzung es aus diversen Gründen nicht kam. Erstens wurde jeder einzelne Fall aufwändiger, als ursprünglich gedacht (was dem Spiel gut tat), und zweitens kostet jeder Fall natürlich Zeit und damit Geld.

In dem zweiten Dokument lässt sich der persönliche Erzählbogen rund um die Bedrohung von Esther Katz schon in Grundzügen ablesen:

Dies ist ein Stand der frühzeitigen Konzeption, der so in der Entwicklung natürlich nicht vollständig umgesetzt wurde, aber ich finde es immer ganz interessant, eine Art vorher/nachher-Betrachtung machen zu können.













