Depressionen und Kunst: Ein Nachruf

Chester benningtonAchtung: Dies ist ein Betroffenheitsbeitrag. Ich schreibe ihn unter dem Eindruck des Suizids von Chester Bennington, dem Sänger von Linkin Park, der sich gestern in LA das Leben nahm. Nach Chris Cornell, dem Sänger von Soundgarden und Audioslave, ging damit ein weiterer Fixstern an meinem Musikhimmel freiwillig von dieser Welt. Mir sitzt auch der ungläubige Schrecken noch in den Gliedern, als ich von Robin Williams Tod erfuhr.

Ich will nicht heucheln, dass ich ein sklavischer Jünger von Linkin Park gewesen wäre. Ich war ein Fan ihrer Musik (mehr der alten als der neuen), die Alben “Hybrid Theory” und “Meteora” haben mich lange begleitet, die Singles Crawling, Numb und In the End gingen mir unter die Haut und beim Tanzen ins Blut. Ich habe keines ihrer Konzerte gesehen; ich bin aber eh weder eine große Festival- noch Konzertbesucherin.

Linkin Park zeigte mir in einer Zeit des Weichspül-Pops, dass es noch ehrliche, raue, ungeschönte und trotzdem gute Musik gab. Durch sie entdeckte ich das Stichwort “Nu Metal” zum ersten Mal und forschte weiter in der Welt des Alternative Metal oder -Rock. Gleichzeitig war die Musik eingängig genug, um mir zu gefallen.

Natürlich hat auch Linkin Park zwischendurch eine gefällige Mainstream-Phase durchgemacht, nur um sich dann einem umso härteren Klang zuzuwenden. In den letzten Jahren habe ich insgesamt weniger Musik gehört und daher den Werdegang von Linkin Park nicht mehr so stark verfolgt. Ein klassischer Fall von “You don’t know what you got Until It’s Gone”.

Dass sich Chester Bennington nun, nach schwerer Kindheit, einer langen Geschichte des Drogenmissbrauchs und einer dergestalt erfolgreichen Musikerkarriere, das Leben genommen hat, ist so außerordentlich traurig. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden.

Linkin Park @ SonisphereEin in Künstlerkreisen nicht gern gesehener Spruch lautet, dass ein Künstler leiden muss, um gute Kunst zu erschaffen. Auf Chester Bennington trifft das mit dem Leiden offenbar zu. Ich glaube durchaus, dass auch gute Kunst von nicht-leidenden Künstlern erschaffen werden kann, doch mit Robin Williams, Chris Cornell, jetzt Chester Bennington stellt sich mir die Frage, nach dem Zusammenhang zwischen Depression und Kunst.

Suchen Menschen mit Depressionen in der Kunst eine Ausdrucksform? Oder ist das Erschaffen von Kunst so hart und einsam, dass Künstler in Depressionen enden? Bietet der Beruf eines selbständigen Künstlers Menschen ein Auffangbecken, die sonst in anderen Bereichen der Gesellschaft anecken? Oder ist es von allem ein bisschen etwas? Oder nur eine Wahrnehmungsfrage des “Confirmational Bias”, weil es in der nicht-künstlerischen Gesellschaft ebensoviele Fälle von Depressionen und Selbsttötungen gibt?

Um den Sprung in die Buchbranche zu tun: Ich kenne einige mehr oder weniger depressive KollegInnen. Der Autor mit Dauer-Schreibblockade und Depressionen ist ja geradezu das Klischee der Branche. Können wir als Gesellschaft etwas tun, um dem zu begegnen? Können wir ein besseres Umfeld für Künstler schaffen, damit sie gehört werden? Präventionsmaßnahmen schaffen, um zu verhindern, dass es anderen genauso geht?

Ich hoffe zumindest, dass es für Linkin Park irgendwie weitergeht, auch wenn Chester fehlt und nicht zu ersetzen ist. Ich werde jetzt in die letzten verpassten Alben von Linkin Park reinhören und schauen, ob sie mir gefallen. Auch wenn bereits jetzt gilt: “In the End, it doesn’t really matter.”

Denn dass Linkin Park schon lange unsterblich geworden ist, steht außer Frage.

Time is a valuable thing
Watch it fly by as the pendulum swings
Watch it count down to the end of the day
The clock ticks life away

 

DevCom Talk: What Stories do to Your Brain

Dieses Jahr wird parallel zur GamesCom in Köln statt der GDC Europe die DevCom stattfinden. Wie schon letztes Jahr zur Respawn habe ich dieses Jahr einen Talk eingereicht. Der wurde letzlich angenommen. Das Thema:

What Stories do to Your Brain

Stories enchant our audiences and stay in our minds for months and years. Research shows that while participating in stories (through reading, watching, playing), many areas of our brains are activated.

In key moments, the brain chemistry is flooding our system with dopamin, a chemical messenger that plays a major role in reward-motivated behaviour, the same as drugs do. So, is storytelling a drug?

einen Termin gibt es noch nicht, das Datum der DevCom ist 20. – 24. August 2017  auf der Koelnmesse.

Mehr auf: https://www.devcom.global/

Deutscher Rollenspielpreis 2017: Die Nominierten “Bestes Regelwerk”

Dieses Jahr durfte ich zum ersten Mal in der Jury des Deutschen Rollenspielpreises 2017 sitzen (DRP). Nach diversen Jury-Mitgliedschaften unter anderem für den Seraph 2015 und 2017 freut mich diese Ehre besonders, da meine Wurzeln im Pen&Paper-Rollenspiel liegen. Tatsächlich steht dieses Jahr auch noch mindestens eine Jury-Mitgliedschaft an, aber da möchte ich den Veranstaltern nicht vorgreifen.

Als Grundregelwerke standen auf der Shortlist 7te See (Pegasus Press), Metal Heroes (Mantikore Verlag), sowie Private Eye (Redaktion Phantastik), in der Kategorie Zubehör kämpften Datapuls ADL, Equinox, und Private Eye: Liebe, Geld und andere Intrigen um den begehrten Titel.

Ich möchte hier kurz die Shortlist-Kandidaten für bestes Grundregelwerk vorstellen:

7te See (Pegasus Press)

Lange wurde die Überarbeitung des ikonischen Mantel-und-Degen-trifft-Piraten-Rollenspiels erwartet. Während das Setting begeisterte, wurden die Regeln der ersten Edition im Allgemeinenen als verschwurbelt bezeichnet. Diese Problematik hat John Wick jetzt beseitigt. Die Regeln sind nicht nur modernisiert sondern setzen sogar erzählerische Impulse: so legt ein Spieler seine Story-Beats (und damit die Schnelligkeit seines Charakter-Aufstiegs) selbst fest. Das Poolsystem wurde durch das Bilden von Kombinationen von 10 und daraus resultierende Steigerungen ersetzt; der Spieler erhält dadurch die Erzählgewalt darüber, wo er Handlungsschwerpunkte setzen möchte. Auch die verwirrende und teilweise wenig anwendungsfreundliche Magie wurde vereinfacht und klargezogen. All das tut dem Regelwerk gut, die Engine tut das, was Welt und Spielstil erfordern: Superhelden im Stile von D’Artagnan und Captain Jack Sparrow zu generieren.

Private Eye (Redaktion Phantastik)

Inzwischen liegt PE in der 5. erweiterten Vesion vor. Die Änderungen zu den Vorgängern sind nicht riesig, doch PE besticht weiterhin durch exzellent recherchiertes Hintergrundmaterial in den Bereichen Kriminologie, Medizin, Verbrechen, Gesellschaft im viktorianischen England, Etikette, Gerichtsbarkeit und noch vieles mehr. Dieser Quell der Informationen ist das bestechende Merkmal von Private Eye; darüber hinaus vergisst man beinahe die rudimentäre (und eigentlich nicht mehr zeitgemäße) Basic Roleplaying Engine, die wie z.B. Cthulu die Charaktere eben zu Dilettanten macht, die mit wenigen Werten im 50%-Chancen-Bereich vorlieb nehmen müssen.

Metal Heroes (Mantikore Verlag)

Metal Heroes fremdelt ein wenig in der Kategorie “Grundregelwerke”. Eigentlich handelt es sich hierbei um ein klassisches Soloabenteuer mit aufgebohrter Engine. Diese Engine ist aber der bestechende Teil des Buches, der mit Vielfalt und Ideen daherkommt. Mechanismen für das Management der eigenen Band, angenehme Regeln zur Ressourcenverwaltung sowie Gigplanung sind gut umgesetzt. Der schnoddrige Ton ist Geschmackssache, ebenso der Punkt, dass man nur einen (männlichen) Helden in einer Storyline spielen kann.

Der Deutsche Rollenspielpreis in den Kategorien “Grundregelwerke” und “Zubehör” wird am Sonntag im Rahmen der Abschlussveranstaltung des NordCons übergeben, des größten Fan-organisierten Pen&Paper-Rollenspielevents Europas.

Mir war es eine Freude, in der Jury sitzen zu dürfen und ich wünsche den Nominierten bis Sonntag noch viel Glück!

Wie würdet ihr abstimmen, wenn ihr in der Jury säßet? Wer würde gewinnen?

Leipziger Buchmesse 2017 – warum wir einen neuen Diskurs in der Literatur brauchen

Die Leipziger Buchmesse 2017 ist vorbei, und wie immer trägt sie mich auf einer Welle der Motivation und Begeisterung zurück in den Arbeitsalltag. Als einsame Autorin sucht und nutzt man den seltenen Kontakt zu Kollegen, informiert sich, netzwerkt, plauscht und feiert miteinander.

Dieses Jahr war ich mit dem Phantastik-Autoren-Netzwerk (PAN) e.V. das erste mal auch tatsächlich hauptverantwortliche Ausstellerin. Die Leipziger Buchmesse ermöglichte uns, die Autorenlounge, die von Werkzeugs Kreativ KG ins Leben gerufen worden ist, weiterzuführen (wie an anderer Stelle berichtet).

Der Stand war groß und auf zwei Seiten abgeschirmt, so dass er ausreichend Privatsphäre bot. Wir bestückten ihn mit selbstbedienbaren Kaffeemaschinen und genug Gummibärchen und Keksen, um eine kleine Armee auszurüsten. Es hat gerade so eben gereicht.

Die Lounge bot Autorinnen und Autoren, Agenturmenschen, Selfpublishern, Lektorinnen und Lektoren abseits einer Mitgliedschaft bei uns ein Refugium in der wilden Messelandschaft. Gleichzeitig konnten Leserinnen und Leser stets an den Stand kommen und schauen, ob ihr/e Lieblingsautor/in vor Ort ist und Zeit für ein Autogramm hatte.

Dank der zahlreichen engagierten Helfer aus den Reihen des Vereins lief die Versorgung wie am Schnürchen, und auch wenn wir alle auf einem Auge weinten, dass WerkZeugs nicht dabei war, erhielten wir regen Zuspruch von den Anwesenden.

Kaum zwei Tage zu Hause dann geriert sich leider wieder ein humorloser Literat über die Anwesenheit der Manga-Cosplayer vor Ort. Was ich von seiner Sichtweise halte, habe ich an anderer Stelle bei TOR-Online geschrieben.

Was mich an Herrn Ottes Artikel so traurig macht, ist die Tatsache, dass er Kulturredakteur beim SüdWestRundfunk ist. Leider scheint er mehr in althergebrachter Manier davon auszugehen, dass man in einer solchen Position definiert, was Kultur ist, was richtige und was falsche Kultur ist. Statt froh zu sein, dass gelesen wird und dieses Gelesene so inspiriert, dass es gelebt wird.

Glücklicherweise äußerten sich nicht nur die Leipziger und die Frankfurter Buchmesse in einem Statement zugunsten der Vielfalt auf der Messe, auch der Spiegel Online griff meine Kritik auf.

Denn was Herr Otte da für Argumente bringt, um die ungeliebten Cosplayer aus den würdigen Hallen der Bücher zu vertreiben, kann sehr schnell auch als Argument gegen Fantasy, Science Fiction, Steampunk, Liebesroman vorgebracht werden.  Fakt ist: Literatur auf allen Ebenen der „Ernsthaftigkeit“ erreicht verschiedene Gruppen von Lesern. Sich auf den Standpunkt zurückzuziehen, nur die oberste und komplexeste Schicht davon sei respektabel und repräsentationswürdig, reduziert auch den Diskurs in Deutschland auf diese elitäre Schicht.

Dieses Beispiel macht deutlich, dass wir einen neuen Diskurs über Literatur und Kultur benötigen. Das Belächeln und Verspotten von weniger “ernsthaften” Erzählformen, die doch eine kulturell wichtige Leistung vollbringen, indem sie die wichtigen Themen leichtfüßig auch dann in die Wohnungen der Menschen tragen, wenn die gerade keine Kraft für schwere Literatur haben, erzeugt einen Disconnect in der Gesellschaft.

Die Vereinnahmung der Narrative durch rechte Populisten zeigt, dass man den Menschen dort begegnen muss, wo sie leben, wohnen atmen. Der Elfenbeinturm bringt uns da nicht weiter.  Ansonsten ist der Kampf um die Vielfalt in unserer Gesellschaft bereits verloren gegeben.

Eine von TOP 10 der deutschen Games-Entwicklerinnen!

Manchmal passieren Dinge, da reibt man sich vor Erstaunen die Augen. So etwa, als Petra Fröhlich vom Magazin Gameswirtschaft.de mich auf Facebook anschrieb, um Details zu meiner Arbeit zu erfahren. Der Hintergrund: Sie erstellte für Gameswirtschaft eine TOP 50 der einflussreichsten Frauen der deutschen Gamesindustrie.

Die TOP 10 der deutschen Managerinnen sind schon ein illustrer Überblick über die Frauen in Führungspositionen in der deutschen Spieleindustrie. Dabei nimmt Petra Fröhlich kein Blatt vor den Mund: Managerinnen in deutschen Spielefirmen sind selten. Unter den 26 Mitgliedern des BIU (des Games-Branchenverbandes) ist genau eine Geschäftsführerin dabei, auf dem Director-Level sind es drei.

Die große Überraschung: Ich bin eine der TOP 10 Frauen der deutschen Games-Entwicklung! An dieser Stelle möchte ich mich für die Aufnahme in diesen Kreis bedanken und freue mich über die Empfehlungen der Kolleg(inn)en, die mich für diese Liste vorgeschlagen haben.

An dieser Stelle sei mir eine Korrektur gestattet: Ich habe von 1994 bis 2011 in der Redaktion von Das Schwarze Auge (DSA) mitgewirkt, bin dort seitdem aber nicht mehr aktiv. Die Verwirrung ist nur natürlich: Drakensang: Am Fluss der Zeit, bei dem ich meine ersten Questen schrieb, gehörte noch zum DSA-Universum, Drakensang Online, für das ich in den letzten fünf Jahren den Entwurf der Story, Charakter- und Weltenbau, Quest Writing und PR-Texte geschrieben habe, löste sich 2011 von DSA und spielt nun in einem neuen, fiktiven Universum, der Welt Dracania.

Inzwischen steht auch die TOP 10 der weiblichen Games-Marketing-Profis online und ist mehr als einen Blick wert.

Selbständig als Autor – ein Seminar

seminar_2016_gruendercampussaar-265x300Am 02. und 03.12. 2016 findet an der Universität des Saarlandes ein ganz besonderes Seminar statt.

Der Gründercampus Saar hat u.a. Oliver Graute von der Phantastischen Akademie und mich eingeladen, ein zweitägiges Seminar mit dem Titel “Selbständig als Autor” abzuhalten.

Oliver wird sich als Mitgründer und langjähriger Verleger von Feder & Schwert um die geschäftlichen und verlagspraktischen Themen kümmern.

Der Steuerberater Alexander Kuntz wird die wichtigsten steuerlichen und rechtlichen Themen einer Soloselbständigkeit beleuchten, während ich mich um die Ideenfindung, Dramaturgie und Plotentwicklung kümmere.

Des weiteren ist von der Exposéerstellung bis zum Finden von Agenten und Verlagen alles dabei.

Ich höre, es sind noch Plätze frei!

Also schnell bei der Universität Saar anmelden, den Laptop einpacken und die kreativen Synapsen polieren! Ich freu mich!

Ein Jahr PAN e.V. – einhundert Mitglieder im Phantastik-Autoren-Netzwerk!

pan_logoAm 15. November 2015 fanden sich in einem Hinterzimmer der Gaststätte Herbrands in Köln 15 einsame Autoren zusammen, um einen Verein der Phantastik-Autoren zu gründen. Was damals noch wie ein kühner, undenkbarer Traum wirkte, ist heute Realität.

PAN hat sich in dem einen Jahr versechskommasechssechsfacht (in Zahlen: x6,66). Und wer ist Schuld daran? Die einhundert Phantasten natürlich, die “ja” gesagt haben und sich auf dieses aufregende, ja phantastische Abenteuer einließen!

Was haben wir in diesem ersten Jahr miteinander erreicht?

Der erste Geburtstag

Der Phantastik eine Stimme geben

PAN hat gerade seinen einhundertsten (in Zahlen: 100!) Mitgliedsantrag erhalten! Der Wortmagier der deutschen Fantasy, Christian von Aster, ist unser Mitglied 100!

Jahr 1 war dem Aufbau der Vereinsstrukturen gewidmet. Das hat im ersten Halbjahr naturgemäß viel Energie gebunden. Wir dachten bei der Gründung, dass wir gut wären, wenn wir bis Jahresende 2016 vielleicht 70 Mitglieder hätten. Dieses Ziel haben wir sogar übertroffen, mit einhundert Mitgliedern sind wir nun kein ganz kleiner Verein mehr und größer, als wir uns nach einem Jahr zu träumen gewagt hatten. Damit erhält die Phantastik eine zusätzliche, starke Stimme von Autorenseite, der auch Gehör geschenkt wird!

Und mich freut besonders, dass der einhundertste Mitgliedsantrag ausgerechnet von Christian von Aster stammt, dem Wortmagier der deutschen Fantasy. Wenn jemand in seinen Werken aufzeigt, dass deutsche Phantastik Humor, Eleganz, Kreativität und literarische Qualität vereinen kann, dann er.

PAN-Branchentreffen

Das erste Branchentreffen im April war ein großes Vorhaben. Doch die Branche (von Autoren über Verlage, Übersetzer, Agenten und Presse) hat das Ereignis mitgetragen und zu dem gemacht, was es dann schließlich geworden ist – ein voller Erfolg. Der PAN-Vorstand arbeitet daran, dieses Treffen in den nächsten Jahren zu einem festen und schönen Bestandteil des Literaturjahres zu machen.

PAL – die Phantastik-Autoren-Lounge

Der Offene Brief von PAN (mit Presse-Echo im Börsenblatt) hat dazu geführt, dass die Leipziger Buchmesse und die WerkZeugs Kreativ KG noch einmal Gespräche über die Phantastik-Autoren-Lounge auf der Leipziger Buchmesse aufgenommen haben. Zwar hat dies nicht zu dem erhofften Ziel geführt (WerkZeugs auf der LBM), aber alle drei Parteien haben in gemeinsamem Einvernehmen entschlossen, dass PAN diese Lounge weiterführt.

NAR – das Netzwerk Autorenrechte

PAN war Mitinitiator und Mitgründer des Netzwerks Autorenrechte. Der PAN-Vorstand verspricht sich davon eine bessere Absprachemöglichkeit mit den anderen Autorenvereinen und -verbänden sowie ein geschlossenes Auftreten gegenüber Politik und Wirtschaft. Die ersten Schritte auf diesem langen Weg wurden 2016 getan – nun müssen wir sehen, wohin der Weg 2017 führt. In der Politik warten viele Themen auf uns – angefangen mit den Plattformen und Intermediären, die die Lizenzen von Autoren im Netz nutzen.

A propos 2017

Neben dem Branchentreffen für 2017 in Berlin plant der Vorstand gerade die Phantastik-Autoren-Lounge auf der Leipziger Buchmesse. 2017 wollen wir endlich die Nachwuchsförderung angehen, die wir uns schon so lange wünschen. Außerdem unterziehen wir die Aufnahmebedingungen für die Mitgliedschaft einer genauen Prüfung. PAN wird also auch im Jahr 2017 einige Asse im Ärmel haben.

Ich verbleibe mit einem fröhlichen “Happy Birthday!” und ganz herzlichen Grüßen – ich freue mich auf die nächsten PAN-Jahre!

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Workshops und Podiumsdiskussionen 2016

Nach dem sehr bewegten und konferenzlastigen Jahr habe ich auch für die letzten beiden Monate 2016 noch ein paar spannende Termine in petto.
Zusätzlich zu diesen Terminen trifft man mich auf dem Tag der Dramaturgie am 5.11. in Berlin und dem Deutschen Entwicklerpreis Summit 2016 am 7. und 8.12. in Köln.
Ich freue mich sowohl auf die Workshops wie Rollenspielveranstaltungen und hoffe, dort viele Leserinnen und Leser sowie Kollegen zu treffen.
19h, Stadtbücherei Dreieich – Lichtsaal
Die Drachenhals-Tetralogie von Bernhard Hennen war der erfolgreiche Beginn.
(Originalausgabe 1990-1991, DSA2) / Neuauflagen 1999 (DSA3) + 2009 (DSA4.1)Phileassons geistiger Vater, Bernhard Hennen, adaptiert den Stoff nun gemeinsam mit Robert Corvus für eine Romanreihe, die im Heyne Verlag erscheint. NORDWÄRTS und HIMMELSTURM sind erschienen, DIE WÖLFIN steht vor der Tür.Welche Auswirkungen hatte die Kampagne vor rund 25 Jahren auf die DSA-Spielwelt?
Wie sehr wirken diese Einflüsse bis heute nach?
Wie eng ist die Verknüpfung zu der Triologie “Im Schatten Simyalas”, die Abenteuerkampagne von Thomas Finn und Lena Falkenhagen?
Welchen Einfluß hat DSA 5 auf die Romanreihe?Darüber diskutieren direkt im Anschluß an die Lesung Bernhard Hennen, Robert Corvus, Thomas Finn und Lena Falkenhagen.
Der Ausgang ist wie immer ungewiss aber Spannung ist garantiert!
 

26.11. Bildungsverein Hannover

11-14h, Viktoriastr. 1 (Linden)

Wie erwecken und strukturieren Autoren ihre Kreativität? Wie bekämpft man die Angst vor dem weißen Blatt Papier oder die Ideenlosigkeit? Welche Techniken kann man nutzen, wenn man nicht weiter weiß?

Die Schriftstellerin Lena Falkenhagen zeigt in diesem einführendem Workshop mit Gedankenreisen, Brainstorming, Clustering und Mindmapping, dass Kreativität erlernbar und kultivierbar ist.

 

15-18h, Viktoriastr. 1 (Linden)

Schreiben fällt nicht immer leicht. Wo fängt man an? Wie gestaltet man eine Szene? Wie überarbeitet man das Geschriebene?

Die Schriftstellerin Lena Falkenhagen gibt gezielt Schreibanregungen und Feedback für das Überkommen der Schreibangst oder -blockade.


2.-3.12. Universität des Saarlands, Saarbrücken

 Selbständig als Autor

Tag 1
Geschäftsmodell Autor/in – wie geht das? Du hast noch ein Buch in der Schublade liegen und weißt nicht wohin damit? Du hast schon 100 Verlage
angeschrieben aber noch keine zufriedenstellende Antwort? Was muss man beachten, wenn man sich soloselbständig macht?Wir:
– Schlüsseln den Kontakt zu Agenturen und Verlagen auf
– Geben steuertechnische Tipps
– Erklären dir, wieso die Verlage bisher alles abgelehnt haben
– Zeigen dir, wie du dich selbst in der Buchwelt vermarktest

Tag 2
Geschäftsmodell Schreiben auf Knopfdruck – bist du bereit dafür? Du schreibst gern und willst Autor/in werden? Du hast eine tolle Story,
kannst sie aber nicht zu Papier bringen? Du willst wissen, wie ein Spannungsbogen funktioniert und wie man ein solides Konzept erarbeitet?
Dann bist du in diesem Workshop genau richtig!

Wir:
– Bieten Strukturen für Ideenfindung an
– Geben dir das Werkzeug an die Hand, um dein Buch zu konzipieren
– Schlüsseln wichtige Schreibfragen auf (Charakterisierung, Perspektive, etc.)
– Geben dir Tipps, wie ein Buch wirklich gut werden kann

mit Oliver Graute, Julia Abrahams und weiteren.
 

Mein Bekenntnis zum Buch: #buchpassion

Unter dem Hashtag #buchpassion  veranstaltet die Bloggerin Janine von kapri-ziös die Edition: Mein Bekenntnis zum Buch. Vom 09.-11.9.2016 drehen sich alle Fragen rund ums Buch. Welche Bücher liegen uns besonders am Herzen? Warum lesen wir? Wie sähe eine Welt ohne Bücher aus? Oder aus der Sicht von uns Autorinnen und Autoren: Warum schreiben wir so gern Geschichten?

Ich habe mich entschlossen, die drei Bücher vorzustellen, die mich die Liebe zu Büchern gelehrt haben und die mich in die Richtung meines Lieblingsgenres, der Phantastik, geleitet haben. Nach Pitje Puck dem fleißigen Briefträger natürlich, der stets einen Platz in meinem Kinderherzen haben wird.

Genauer gesagt möchte ich erläutern, warum ich drei Bücher so sehr liebe.

1. Der Herr der Ringe

Inzwischen ist dieser Klassiker der Fantasy-Literatur für viele eine Selbstverständlichkeit. Doch das Buch, das Tolkien damals in den Fünfziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts publizierte, gelang erst durch Peter Jackson der Durchbruch in den Mainstream.

Als ich den Herrn der Ringe las, galt er noch als Geheimtipp, den nur “die komischen Kinder” gelesen haben. Überhaupt lasen nur komische Kinder Bücher, aber das ist eine andere Geschichte.

Was mich an Tolkiens Werk damals begeisterte, ist eigentlich kein Kompliment: Seine Figuren gleichen bis auf wenige Ausnahmen eher den Hauptfiguren eines mittelalterlichen Epos ohne “Heldenreise”. Gandalf, Aragorn, Faramir, Frodo – sie alle scheinen eher Facetten derselben Figur zu sein, die nur mit wenigen Eigenschaften ausgestattet sind, die sie voneinander differenzieren. Allein Boromir, Sam und Frodo verändern sich im Innern auf ihrer Reise tatsächlich, die anderen bleiben, wie sie sind.

Was ich am Herr der Ringe immer noch liebe: Die wundervolle Sprache, die Tolkien benutzt (und ich meine nicht die Gedichte), die Art und Weise, wie bei ihm das gesamte Land lebt und atmet (wie oft liest man von “der Schulter”, “dem Runzeln” oder “dem Fuß” der Berge, “dem Schoß” eines Flusses.

Und abschließend reizt mich natürlich der Kampf Gut gegen Böse, die Bemühungen des kleinsten möglichen Helden gegen die schlimmste, größte Übermacht. Die Zeichen stehen so schlecht für Frodo, der Kampf ist so überwältigend, das Problem so groß, dass man jeden Schritt des Weges mit ihm bangt und ihn an allen Ecken scheitern sieht. Dass er schlussendlich nach all diesen Prüfungen gewinnt, lässt meine Seele jubeln.

2. Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Thomas Mann begann das erste Buch vom “Krull” als Frühwerk, schrieb aber bis kurz vor seinem Tod stets weitere Bände als Fortsetzung. Man kann die Entwicklung des Autors den Büchern des “Krull” ablesen, und diese Entwicklung ist nicht immer zum Besten des Buches: Die ersten, sehr spielerischen Bände werden weiter hinten von einem beinahe unleserlichen philosophischen Teil abgelöst, der jegliche Verspieltheit verloren hat und den nachdenklichen, gealterten Mann zeigt.

Trotzdem ist der niemals alternde, stets gleich bleibende und sehr humorige Felix eine meiner Lieblingsfiguren der Literatur. Eigentlich schrieb Mann einen Schelmenroman, denn der Erzähler, Felix Krull selbst, bindet dem Leser von der ersten Seite so doppeldeutig schlecht verschleierte Lügen auf, dass man ihn einfach lieben muss.

Auch wenn der erste Satz des “Krull” die erste halbe Seite füllt und nicht für jedermann leicht zu lesen ist, brilliert Mann hier durch einen wundervoll geschliffenen Sprachstil.

Felix verändert sich durch das gesamte Buch hindurch nicht wirklich, er lernt nicht dazu, wird nicht weiser. Und wenn er es täte, würde ich weinen, ist er doch eine so schöne, reine und unschuldige Betrügerseele.

3. Bram Stoker’s Dracula

Die Mutter aller Vampirromane überrascht beim Lesen, denn wenn man von den vielen Nackenbeißer-Verfilmungen unter dem Titel “Dracula” auf die Buchvorlage schließen möchte, geht man fehl. Bram Stoker’s Dracula ist ein Briefroman, genauer gesagt ein Memorandenroman. Dem Leser erschließt sich die Handlung ausschließlich durch die Briefe und Tagebucheinträge der handelnden Figuren, Zeitungsartikel und Notizen – fantastisch.

Die Dramatik ist, dass dadurch alle Figuren des Buches nur einen Ausschnitt der Geschehnisse kennen. Die Fäden laufen allein in der Hand des Lesers zusammen – und der leidet unter seiner Ohnmacht, nicht eingreifen zu können.

Die Helden verlieren durch den Verlauf der Handlung viel, doch sie gewinnen auch. Mich hat der Roman immer dadurch beeindruckt, wie treu die Helden zueinander stehen und was sie bereit sind zu opfern, um nach dem Verlust von Lucy zu verhindern, dass auch Mina an den Feind verloren geht.

 

Damit kennen Sie mein Bekenntnis zum Buch. Ich bedanke mich bei Janine von kapri-ziös dafür, dass sie zu dieser wundervollen Aktion angeregt hat.

Und was ist Ihr Bekenntnis zum Buch?

 

#buchpassion – Edition: Mein Bekenntnis zum Buch 9.-11.9.2016

https://twitter.com/search?q=buchpassion&src=typd

https://www.facebook.com/kaprizioes/posts/981122728680694

Vortrag: “Making Sense” @Respawn, Köln

logo_respawn_2013_01Auch dieses Jahr wird in Köln im Vorfeld der GDC Europe wieder die Respawn Conference stattfinden, einer kleineren aber innovativen Konferenz, in der jedes Jahr ein Wissensaustausch innerhalb der Gaming-Branche stattfindet.

Ich bin sehr froh, dass mein Vortrag zum Thema “Narrative Psychology – Making Sense” angenommen worden ist. Stattfinden wird er am Dienstag den 16. August um 14:30h im Dock One.

Die Beschreibung:

Storytelling is central to human existence. But why are people building stories in their heads? Why do they share stories with others, and how does that affect the audience? Has the brain adapted to modern technology? And finally, how can Gaming use this knowledge about human nature? This talk builds on Narrative Psychology and Neuroscientist’s findings to learn more about what’s so essential to narrative for games.