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Twitch-Talk: Corona in der Buchbranche

Am Mittwoch den 1. April (kein Scherz!) ist es soweit: ich halte meine erste Online-Diskussionsrunde zum Thema „Corona in der Buchbranche“ ab. Mein Medium der Wahl ist Twitch, ich bin gespannt, wie das läuft und ob die Technik gut funktioniert. Ihr findet das Gespräch hier auf meinem Kanal.

Meine ersten Gäste sind Diana Menschig, und Björn Bedey.

Diana Menschig ist Romanautorin phantastischer und historischer Romane und die Gründerin und 1. Vorsitzende des Phantastik-Autoren-Netzwerks (PAN) e.V. Diana kann also hervorragend darüber sprechen, wie Corona die Situation der Autorinnen und Autoren betrifft.

Sowie Björn Bedey von der bedey media group und Sprecher der Indie-Verlage im Börsenverein des deutschen Buchhandels.

Ein Jahr ohne Leipziger Buchmesse

Foto von Jannett Cernohuby.

Das Jahr 2020 wird mir wegen vielerlei Dingen im Gedächtnis bleiben. Der Coronavirus spricht für sich, doch noch nie haben mich die Konsequenzen einer Medienhysterie so direkt betroffen.

Im Jahr 2020 fällt die Leipziger Buchmesse aus. Das ist seit den mindestens zwölf Jahren, in denen ich die Messe als Fachbesucherin aufsuche, das erste Mal, dass der Besuch in Leipzig zum Frühjahr fehlt. Während der Schaden, den die Absage in der Branche und in der Region Leipzig beziffert, hoch sein wird, hinterlässt sie in mir eine erstaunlich emotionale Lücke.

Ich halte die Absage als Vorsichtsmaßnahme zur Eindämmung des neuen Coronavirus für klug, besonders, da die Absagen von Verlagen und Ehrengästen aus den USA und Japan sich mehrten. Ein Dominoeffekt trat ein – denn mit diesen Verlagen und Ehrengästen fehlten dann die Partner auf den Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen, andere blieben weg. Deutschen Verlagsmitarbeiter*innen wurde freigestellt, ob sie teilnehmen wollten oder nicht – das ist auch kaum anders möglich, schließlich muss jede*r selbst einschätzen, ob man zur Risikogruppe gehört oder nicht. Hinzu kamen die Auflagen der Gesundheitsbehörden, die eine Nachverfolgbarkeit von Infektionen erforderte und auf einer Messe mit beinahe 300000 Besuchern einfach nicht leistbar war.

Die LBM, wie sie unter Liebhaber*innen kurz nur heißt, wurde für mich von Jahr zu Jahr anstrengender. Spätestens mit dem Bundesvorsitz des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller ist die Zahl der Sitzungen und Veranstaltungen, an denen ich vor Ort teilnehme, sprunghaft gestiegen. Und wir hatten mit dem VS und dem Netzwerk Autorenrechte dieses Jahr ein wundervolles Programm, das nun in den Herbst und nach Frankfurt verschoben werden muss.

Doch die Arbeit, die man hineinsteckt, wird vielfach belohnt. Ich kann den Zustand, in dem die Leipziger Buchmesse – und speziell diese – mich jedes Jahr hinterlassen hat, nur schwer in Worte fassen.

Zu wenig Schlaf, Rücken und Füße maximalzerstört, in der Regel zu viel Alkohol, in 9 von 10 Fällen mit der Messeseuche vergrippt. Und doch befruchtet der Austausch mit so vielen kreativen Menschen die Synapsen, beschwingt sie auf eine Art und Weise, dass man sich hinterher frohgemut an jedes Buch oder jeden Text, den man auf dem Tisch hat, setzt, drei neue anfängt und sich darüber ärgert, dass der Tag noch immer nur 24 Stunden umfasst.

Besonders die Phantastik-Szene, und damit das Phantastik-Autoren-Netzwerk (PAN) e.V. trugen in den letzten Jahren zu diesem Austausch bei, doch immer mehr durchmischen sich die verschiedenen Sparten der Literatur und gehen offen aufeinander zu – was auch dem Netzwerk Autorenrechte zu verdanken ist. Der Schmelztiegel aus Ideen, Freundlichkeit, Netzwerk-Gelegenheiten und angestoßenen Projekten, den Leipzig in der Regel hinterlässt, ist mindestens ebenso ein Motor der Branche wie die Business-Seite der Messe.

Besonders für Autor*innen und ihre Kleinverlage ist das Fehlen des Messeumsatzes dieses Jahr ein Problem. 2019 kostete mit der Pleite von KNV sowie der Auslistung vieler Titel von Kleinverlagen durch Libri bereits viele ihren finanziellen Puffer.

Eine Übersprungshandlung, die vom Phantastik-Autoren-Netzwerk PAN ausgelöst wurde, ist ücherhamstern. In dieser Initiative werden jene verhinderten Besucher*innen und mögliche Kund*innen der Messe aufgefordert, das Geld, das sie in Bücher hätten investieren wollen, nun per Online-Bestellung direkt in die Bücher von Kleinverlagen zu stecken. U.a. die Süddeutsche und der rbb berichteten. Der Börsenverein sammelte in einem Artikel weitere Initiativen, um den Schaden für die Branche zu minimieren.

Bislang war mir nicht bewusst, wie schmerzhaft die Absage tatsächlich sein würde, und wie lange es braucht, um diese Lücke zu füllen. Ich freue mich um so mehr und mit wachsendem Elan auf die Frankfurter Buchmesse sowie die Leipziger Buchmesse 2021.

PAN-Branchentreffen: Neue Impulse für die Phantastik

PAN_LogoAm 21. und 22. April fand im Odysseum in Köln das erste PAN-Branchentreffen statt, für Insider auch bekannt als: #1stPanBT.

Pan – das ist das Phantastik-Autoren-Netzwerk, das eine Gruppe von 15 Autoren und Autorinnen rund um Diana Menschig vor wenigen Monaten gründete. Seitdem hat sich Pan mehr als verfünffacht und beteiligt sich mit anderen Autor(inn)enverbänden an gemeinsamen Aktionen wie Link Local oder der vereinsübergreifenden Urheberrechtsverlautbarung.

Von der Eröffnungsrede durch Dr. Frank Weinreich angefangen über die großartigen Diskussionsrunden – muss mehr Phantastik ins Feuilleton, und wenn ja, was hilft es, welche Auswirkungen hat es? – wie ist es um den Nachwuchs bestellt? – wie sieht die Zukunft der Phantastik in der deutschsprachigen Verlagslandschaft aus? – habe ich mich über die starke Qualität der Beiträge gefreut.

Besonders die Feuilleton-Diskussion mit Andrea Diener von der faz hat mich ins Grübeln gebracht. Bernhard Hennens These „Das Feuilleton schafft sich durch seine Themen seit zehn Jahren selbst ab!“ stand gegen Kai Meyers: „Im Feuilleton zu stehen erhöht nicht die Verkaufszahlen.“

Ich persönlich würde über die Besprechung von Phantastik im Feuilleton freuen, weil man dann am literarischen und gesellschaftlichen Diskurs teilnimmt, weil gelesen wird, was die Phantastik zu bieten hat. Und dass die Phantastik Themen zu bieten hat, ist spätestens seit Phillip K. Dick, Urslua K. LeGuin, Michael Ende und selbst Joanne K. Rowling deutlich geworden (muss man als erfolgreiche Autorin, erfolgreicher Autor eigentlich ein K im Namen führen?).

 

Über die Zukunft der Phantastik gab es viel zu sagen, aber wenig richtungsweisendes. Ich darf Literaturagent Michael Meller zitieren, der sagte: „Man braucht eine starke Geschichte“ und solle weniger auf das schielen, was andere machten, als mehr eigene Kreativität walten lassen.

Mit diesem schönen Schlusssatz bleibt mir nur noch, mich bei allen Mitorganisatoren und Gästen zu bedanken. Ohne die vielen Kenner der Szene (von der Phantastischen Akademie über den Drachenwinkel bis zum Verlag ohneohren) und Verlagslektoren und -programmleiter (Bastei Lübbe, Droemer Knaur, Fischer Tor) wäre dieses erste Branchentreffen so nicht möglich gewesen.

Damit leite ich über zu einer Sammlung von Links zu anderen Blogs und Videos, die bereits über das Branchentreffen berichtet haben:

 

Der Buchreport über das Branchentreffen.

Martin Alexanders Blogbeitrag zum Branchentreffen.

Muss mehr deutsche Phantastik ins Feuilleton?

 

1. PAN Branchentreffen – Netzwerken bis der Verlag kommt!

PAN: Phantastik-Autoren bekommen eine Stimme!

Vom Messeblues und PAN in Leipzig

HaareschönimzugAlle Jahre wieder ist im März Buchmesse in Leipzig, und alle Jahre wieder freue ich mich auf dieses Ereignis. Denn Leipzig ist eine Buchmesse, in der Autoren, Verlagsleute und Leser (und natürlich die weiblichen Entsprechungen davon) noch ganz unmittelbar aufeinanderprallen. Nirgends ist Literatur so Kunden- und Autorenfreundlich, nirgends begegnet man sich so natürlich wie hier.

Da ich dieses Jahr am Donnerstag den Seraph für das beste Debüt verleihen durfte – Danke an die Phantastische Akademie! – hatte ich mich etwas schicker gemacht als sonst.

 

Meine Highlights waren dieses Jahr die Vereinsarbeit mit der phantastischen Diana Menschig für PAN. Diana, die Vorsitzende von PAN und Haupt-Organisatorin des ersten PAN-Branchentreffens ist momentan eher hauptberuflich Vereinsvorsitzende PAN-die ersteund an zweiter Stelle Autorin, denn PAN macht – bei aller Freude, die es bereitet – auch viel Arbeit. Umso beruhigender, dass die professionelle Verlags-Phantastik PAN gerade von allen Seiten unterstützt, und dafür sagen wir ein herzliches Dankeschön!

Auf der Messe haben wir viele gute Gespräche mit Vertretern aller Bereiche der Branche geführt, seien es Agenten, Verlags-Lektoren, Autoren (von denen 4 gleich auf der Messe ihre Seele an PAN verkauften!), natürlich auch in Vorbereitung auf das erste PAN-Branchentreffen im April.

Hier sieht man Diana und mich nach dem ersten Tag müde, aber glücklich auf der Busfahrt ins Leipziger Zentrum.

Die Verleihung des Seraph war, wie jedes Jahr, ein wunderbarer Auftakt für die Leipziger Messe, mit dem wortgewaltigen Oliver Graute, der anmerkte, Deutschland – das Land der Dichter und Denker, dürfe nicht verkommen zum Land der Richter und Banker. Das ist natürlich verkürzt dargestellt, trifft aber exakt meine Sorge, dass mit der sogenannten Urheberrechtsreform sich die Situation für die Autoren eher verschlechtert als verbessert.

Hier ist ein kleiner Vorgeschmack der am Freitag sich zusammenfindenden PAN_GruppePAN-Autoren, mit Diana Menschig, Alana Falk, Gesa Schwartz, Ann-Kathrin Karschnick, Susanne Pavlovic, Frank Raki, Annika Dick und unserem diesjährigen Preisträger des Debüt-Phantastikpreises Seraph, Daniel Illger!

Persönlich hätte ich es schwer gehabt, zwischen den drei Short-List-Mitgliedern eine Wahl zu treffen, war doch Simon Weinert von meiner Lieblingsbuchhandlung Otherland in der engeren Wahl.  Und auch Bianca Riescher hätte ich den Preis mehr als gegönnt!

Explizit gratulieren möchte ich auch Hannah Kuhlmann, die den erstmalig vergebenen Indie-Seraphen mit nach Hause nahm.

Auch PANs erste öffentliche Initiative trug Früchte: der offizielle Launch der Initiative Podium_1be social – link local mit der wunderbaren Nina George, Kathrin Lange, Hans Peter Röntgen, dem Team von MVB und Jana Jürß vom Syndikat.

Diese tollen, engagierten Männer und Frauen packen an, wo es nötig ist, und das im Zweifel mit Eleganz und Liebenswürdigkeit.

Und ich muss sagen, dass ich schon ein bisschen in die außerordentlich engagierte Nina George verliebt bin, nach all dem, was sie für Autoren bewegt (und ich habe angefangen, ihr Traumbuch zu lesen … das hilft auch beim Verlieben!).

Hier noch ein paar Messeeindrücke, wie Gesa Schwartz, die ihre Seele an PAN verkauft:

PAN_GesaSchwarzt

 

 

 

 

 

 

 

Und Rebekka Pax hat es auch hinter sich.

LenaundRebekka

 

 

 

 

 

 

 

Nina George ist schon längst bei PAN:

LenaundNina

 

 

 

 

 

 

 

Iny Lorentz hingegen sind über die Jahre liebgewonnene Freunde.

LenaundInyLorenz 2

 

 

 

 

 

 

 

Ein anderes wundervolles Highlight dieser Messe: Das VanCanto-Konzert mit der Buchlesung aus „Feuerstimmen“ von Christoph Hardebusch, einem wohl einmaligen

VanCanto_Christoph 2

Buch/Album/Hörbuchprojekt in Deutschland. Der Abend hat gerockt! Danke an Natalia Schmidt von Droemer Knaur, Bernhard Stäber (inzwischen auch bei PAN),  „Dem Sven“ und natürlich Christoph Hardebusch!

 

 

 

Und so hat mich dann am späten Samstag Abend wieder der Messeblues (und die Messeseuche) gepackt, als ich mit gepackten Koffern zurück nach Berlin fuhr.

Leipzig_Heimfahrt

 

 

 

 

 

 

 

Wäre da nicht im Zug noch ein Kreativblitz über mich gekommen, hätte ich sogar ein bisschen Ruhe gehabt. So musste unser Branchentreffen-Flyer herhalten, die neue Idee festzuhalten.

Leipzig_Kreativblitz

 

 

 

 

 

 

 

Schön war’s, ich freue mich auf die Leipziger Buchmesse 2017! Und da sag noch einer, dass keiner mehr liest.

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Phantastik-Autoren-Netzwerk PAN nimmt Fahrt auf!

Im November rief DiPAN_Logoana Menschig namhafte und interessierte Autorinnen und Autoren der Phantastik nach Köln, um – ja, um einen Verein zu gründen. Neben dem Syndikat, Delia, den Mörderischen Schwestern und wie sie nicht alle heißen, hatte sie die Vision eines Vereins-Netzwerks für Autoren der Phantastik.

Und die Autoren kamen! Neben Diana selbst Bernhard Hennen, Kai Meyer, Ju Honisch, Judith und Christian Vogt sowie Carsten Steenbergen, für Eingeweihte alles keine Unbekannten.

Bald war das Phantastik-Autoren-Netzwerk, kurz PAN geboren.

Ich ließ mich leichtsinniger Weise zur Schatzmeisterin und damit in den Vorstand des Vereins wählen, der sich auch bald kein kleines Ziel für 2016 gesetzt haben sollte:

Ein Branchentreffen der Phantastik!

Mit dem Odysseum in Köln fand sich der richtige Ort, und wir gingen und gehen auf die Suche nach Sponsoren.

Alles in allem ist PAN bis jetzt ein wunderbarer Ritt mit tollen Menschen, die sich für die Phantastik und ihre Autoren engagieren.

Ich sage Danke!