Alle Beiträge von Lena Falkenhagen

RPG-a-day – von Quellen und Engeln

Engel Logo (c) Feder und Schwert

Da ich in den letzten beiden Tagen leider nicht zum Schreiben kam, hier drei Tage des RPGadays in einem Blogpost:

 

Tag 10: „Where do you go for RPG reviews?“

Da wäre das Tanelorn-Forum oder RSPblogs.de.

Im Tanelorn schreibt so ziemlich alles mit, was in Deutschland Ahnung von Rollenpspielen hat, und das RSPblogsforum ist die deutschlandweit beste Blogsammlung über Rollenspiele, die man finden kann.

 

Tag 11: „Which dead game would you like to see reborn?“

Das wäre entweder Ars Magica, das zu diesem Zeitpunkt wohl als tot bezeichnet werden kann (die 5th ed wird nicht weiter unterstützt und eine 6th ist noch nicht angekündigt) oder aber Sorceror’s Crusade, der Renaissance-Ableger von Mage: The Awakening.

(c) White Wolf

Über Ars Magica habe ich schon an Tag 5 geschrieben. Sorceror’s Crusade fing für mich das perfekte Magier-Feeling ein, weil es in der Renaissance spielte, und das Thema der Spaltung von traditionellen Magier-Traditionen und moderner Technokratie darstellte. Zu Beginn des Zeitalters der Aufklärung bekämpfte die Technokratie die „abergläubische“ Weltsicht von Hexen und Zauberern, um ihr eigenes Weltbild durchzusetzen (und damit besser mit außergewöhnlichen eignen Zaubern davonzukommen).

Ich finde, dass Sorceror’s Crusade sogar besser funktioniert als das normale Mage: The Awakening.

 

Tag 12: „Which RPG has the most inspiring interior art?“

Die einzige Antwort auf diese Frage lautet „Engel„. Der fantastische Font von Oliver Graute, die großartigen Grafiken von Eva Wiedemann unterstützen das Spielfeeling von Engel perfekt und ermuntern zu spannenden Kampagnen. Ich halte Engel für eines der besten deutschen Spiele, sowohl vom Grafik- als auch vom Welten-Design her.

RPG-a-day – Tag 9: Gutes Kampagnensystem?

Night’s Black Agents (c) Pelgrane Press

„What’s a good RPG to play for about 10 sessions?“

Bis vor kurzem wäre die Antwort auf diese Frage immer „Ars Magica!“ gewesen, und das mit viel Emphase.

Ars Magica besitzt auch Regeln für die Weiterentwicklung zwischen den Spielsitzungen. Es teilt das Jahr in 4 Quartale, in denen die Magier bestimmte Dinge tun können. Gehen sie auf Aventüre, können sie keine Magischen Forschungen machen. Machen sie magische Forschungen, können sie kein Vis (kristalline arkane Kraft) sammeln. Ohne Vis fällt ihnen das Erforschen von Zaubersprüchen oder anfertigen von Artefakten schwer (sie können also keine magischen Forschungen abhalten).

Und dann gibt es auch noch so weltliche Probleme wie Kirchenobere, die Magier verfolgen lassen, Bauern mit Fackeln und Mistgabeln, Kreaturen des Mythischen Europa, die für Ärger sorgen, Feen, Dämonen …

Seit ich Night’s Black Agents lese, habe ich meine Meinung geändert. NBA liefert *wirklich* gute Kampagnenregeln. Die Stabilität wird (ähnlich wie bei Call of Cthulu) nachgehalten, man erhält Handhaben für Psychische Auswirkungen von Horror und wie man sie wieder loswird.

Das ware Bonbon von NBA ist allerdings die Anleitung zum Strukturieren von Kampagnen in Pyramiden-artigen Eskalationsstufen. Ich kann jedem/jeder SpielleiterIn (und allen AutorInnen!) nur wärmstens empfehlen, sich NBA anzuschauen, man kann von Kenneth Hite noch was lernen.

RPG-a-day – Tag 8: Zwei-Stunden-Spiel?

Monsterhearts (c) PbtA

„What is a good RPG to play for sessions of 2hrs or less?“

Das wäre vermutlich Fiasko (wobei auch das mal länger dauern kann), bei dem man allerdings ernsthaft diskutieren könnte, ob es ein richtiges Rollenspiel ist.

Alternativ ein schlankes Spiel Powered by the Apocalypse wie „Monster of the Week“ (ein Dresden-Files/Buffy-Klon) oder „Monsterhearts“ (ein Buffy/Vampire Diaries-Klon).

Die PbtA-Systeme liefern fertige Charakter-Playbooks, in denen man durch das Ankreuzen aus einer begrenzten Auswahl von Optionen einen Charakter innerhalb von 10 Minuten generieren kann und mit einem auf W6 basierenden System, das nur auf Attributen basiert, losspielen kann.

Die Figuren entstehen trotz der einfachen Generierung erstaunlich dreidimensional in der Vorstellung und eignen sich sogar fürs Kampagnenspiel.

RPG-a-day 2017 – Tag 7: Beeindruckendste Spielsitzung?

Der Zorn des Bären (c) Ulisses Spiele GmbH

„What was your most impacful RPG session?“

Die beeindruckendste Spielsitzung fand in Lehrte bei unserem damaligen frisch gefundenen Freund Niels Gaul statt, der mich später auch über Ulrich Kiesow in die DSA-Redaktion holen sollte.

Er leitete für uns „Zorn des Bären“ von Ina Kramer, ein Abenteuer über zauberhafte Winterriten und die Volkstümer der Nivesen (eines Lappen-artigen Volks im Norden von Aventurien).

In dieser Sitzung fanden wir heraus, dass Rollenspiel mehr als Hack’n’Slay bedeutete, dass man Charaktere mit ethnischem Hintergrund ausstatten und spielen konnte, statt nur als Abenteuer-Hauptfiguren, und wir lernten, dass man seine Attacke-und-Parade-Fertigkeiten auch für etwas anderes einsetzen kann als Kämpfen: Für eine Schneeballschlacht.

Wir haben uns gerollt im Schnee und gelacht und gescherzt, und das Rollenspiel bei uns am Tisch sollte nie wieder dasselbe sein.

RPG-a-day 2017 – Tag 6: 7 Tage spielen

Der Löwe und der Rabe I – (c) Ulisses Spiele GmbH

Wenn ich sieben Tage durchspielen könnte, was würde ich dann spielen?

Witzigerweise habe ich exakt das schon einmal getan, als ich … 21 …? war. Damals spielte ich noch hauptsichtlich Das Schwarze Auge (DSA). Die Khomkrieg-Kampagne „Der Löwe und der Rabe“ war gerade erschienen. Wir waren jung und haben in diesen 7 Tagen 77 Stunden gespielt. Neben Essen, Schlafen und Spielen blieb da nicht mehr viel Zeit …

Wenn ich heute 7 Tage zur Verfügung hätte, würde ich vermutlich (wieder) meine Dresden Files-Kampagne einladen und weiterzocken (tatsächlich hatten wir gerade Rollenspielurlaub und das lief quasi exakt darauf hinaus …).

Oder ich würde meine Night’s Black Agents „The Dracula Dossier“-Kampagne anfangen.

RPG-a-day 2017 – Tag 5: RPG-Cover

„Wich RPG cover best captures the spirit of the game?“

Cover image for Ars Magica, fifth edition, (c) Atlas Games

Das wäre meiner Meinung nach das Cover von Ars Magica, 5th Edition, von Atlas Games.

Vom Flair mittelalterlicher Ornamentik über verschlungene mystische Symbole und die verschiedenen Einflusssphären (Feen, Dämonen, Göttliches und Menschliches) bis hin zu den Magierorden enthält das Cover alles, was man wissen muss.

Die Opulenz erschlägt einen zunächst, aber auch das passt z.B. zu spätgotischen Deckenmalereien (wer sich mal den Palazzio de Medici in Florenz anschaut, weiß, was ich meine …).

RPG-a-day 2017 – Tag 4: Meistgespieltes System

Dresden Files RPG by Evil Hat

„What RPG did you play the most since August 2016?“

Dieser Pokal geht unzweifelhaft an Fred Hick’s „Dresden Files„-Rollenspiel von Evil Hat.

Alle Konvente, auf die ich gefahren bin, habe ich mehrfach gespielt und mindestens einmal geleitet, weil die verrückteste (Nicht-)Kampagne aller Zeiten unfassbar eskalierte.

Das Resultat ist, dass meine junge White Court Virgin aus Berlin über mehrere Zwischenstationen (Weiße Vampirin, Erbin des Weißen Hofs zu Preußen in Berlin) inzwischen zur Königin von Berlin aufgestiegen ist – an der Seite ihres Lieblings-Hass-Onkels Jean-Claude. Es ist eben kompliziert. Ich sende ganz viel Liebe an meine Mitspieler und Mitspielleiter.

Dresden Files läuft auf der Fate-3.0-Engine und ist gegenüber Fate Core 4.0 sicher überholungsbedürftig, ich spiele es aber nach wie vor gern und schätze nach anfänglichen Startspielern die narrativen Mitgestaltungsmöglichkeiten, die das System bietet. Ich kann nur empfehlen, es auszuprobieren.

RPG-a-day 2017 – Tag 3: RPG-News

„How do you find out about new RPGs?“

Ich bekomme Infos über neue Rollenspiele meistens von Freunden. Natürlich beziehe ich auch RSP-blogs.de und schaue ab und an ins Tanelorn-Forum.

Dazu kommt der Facebook-Stream des Sphärenmeisters, der immer über Neuerscheinungen informiert, sowie Freunde, die sehr aktiv in der Kickstarter-Szene unterwegs sind und dort manchmal für Rollenspielprodukte ihr halbes Monatsgehalt lassen.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich inzwischen nicht mehr ganz so offen dafür bin, mir neue komplizierte Systeme anzulernen. Über frische neue Hintergrundwelten freue ich mich immer, aber die Systeme müssen schnell erlernbar (oder sehr, sehr sinnvoll) sein.

RPG-a-day 2017 Tag 2: Mein Wunschrollenspiel

BANDAI NAMCO Entertainment Europe; CC license

Die Frage an Tag 2 des RPG-a-day2017 lautet: „What is an RPG you would like to see published?“

Könnte ich mir ein Rollenspiel wünschen, das es noch nicht gibt, wäre es eines zu Andrzey Sapkowskis Hintergrundwelt „The Witcher“, oder auch zum CD Project Red-Spiel „Witcher 3“, das 2016 veröffentlicht wurde (und das ich immer noch/wieder spiele).

Besondere Regeln sähe ich gern zum Abbilden des wenig schwarz-weißen, sondern sehr ambivalenten Hintergrundes: manche Monster sind menschlicher als manche Menschen; manchmal muss man Menschen/menschliche Monster trotzdem töten, um Unschuldige zu schützen.

RPG-a-day 2017 – der Anfang

Auf Facebook rief mein lieber Freund Jason Durall zu der Aktion „RPg-a-day“ auf. Tatsächlich rief er nicht dazu auf sondern verkündete, dabei mitzumachen. Ich finde die Aktion lustig und interessant, daher werde ich auch täglich einen Blogbeitrag oder Facebook-Kommentar über RPGs nach dem folgenden Muster posten:

Und da heute der erste August ist, beginne ich gleich mit #1:

„What published RPG do you wish you were playing right now?“

Im Augenblick würde ich wahnsinnig gern „Night’s Black Agents“ von Kenneth Hite spielen, genauer gesagt „The Dracula Dossier“, das ich zu Weihnachten bekommen habe. Wie üblich muss ich das wohl selbst leiten.

„Night’s Black Agents“ ist ein Vampire Spy Thriller – Jason Bourne trifft auf Bram Stoker’s Dracula. Ein erster Blick in die Regeln enthüllt wirklich fantastische Kampagnen-Regeln: Über Stability, Trust und eine allgemeine Pool-Regel, aus der sich alle Agenten bedienen können, wird das System seine wahre Stärke erst entfalten, sobald man mehr als einen Abend spielt.

Ein erstes Testspiel mit „The Van Helsing Letter“, einem Free-RPG-Day-Szenario, offenbarte viel Spaß und wirklich fähige Agenten – etwas, das Kenneth Hites altes Hauptsystem, Cthulu, ja zu meinem Leidwesen nie hinbekommen hat.